Was sind Faszien?

Zur Funktionalität, Formgestaltung und zum Schutz des menschlichen Körpers zählen Faszien. Sie bestehen aus reisfesten, kollagenreichen Gewebestrukturen, die bandförmig angeordnet sind. Sie enthalten außer Kollagen auch noch Eiweiß, Wasser sowie verschiedene Klebstoffe. Dabei umhüllen sie Organe, Knochen, Muskeln und Sehnen sowie Blutgefäße und Nerven.

Die auch als Bindegewebe bezeichneten Faszien verfügen außerdem über eine vorteilhafte Elastizität und Gleitfähigkeit. Dadurch sorgen Faszien dafür, dass die Körperbestandteile an ihrem anatomisch vorgesehen Platz fixiert bleiben und gleichzeitig die Eigenschaft besitzen, in einem bestimmten Rahmen bedarfsgerecht bewegt werden zu können. Die Lageveränderung und Dehnungsfunktion kommt zum Beispiel bei der Verdauung, Atmung oder einer Schwangerschaft zum Tragen. Dabei schützen die Faszien vor Beeinträchtigungen durch Quetschungen und Reibungen. Der schützende, stabilisierende und formerhaltende Einfluss der Faszien trägt erheblich zu einem funktionierenden Organismus bei. Durch ihre Wasser bindende Fähigkeit sind sie ebenfalls für den Wasserhaushalt des Körpers von Bedeutung. Die in drei Schichten verlaufenden Faszien weisen unterschiedliche Stärken auf. Sie können äußerst dünn aber auch mehrere Millimeter stark sein. Faszien sind als oberflächliche, tiefe und viszerale Faszien im Körper anzutreffen.

Die oberflächlichen Faszien befinden sich als lockeres Gewebe im Bereich der Unterhaut. Tiefe Faszien umschließen als dichtes Bindegewebe mit starken Fasern die Knochen, Muskeln und Sehnen. Für die schützende Einbettung der inneren Organe sind die viszeralen Faszien zuständig. Die Faszien gewährleisten ebenfalls die körperliche Versorgung mit Nährstoffen. Nach dem Transport über Blutbahn und Lymphgefäße erfolgt die Abgabe der Nährstoffe an die Zellen über die Zwischenzellflüssigkeit der Faszien. Zur vielfältigen Funktionalität des Bindegewebes zählen ebenso die Weiterleitung von Informationen zum Gehirn und der Transport biochemischer Substanzen. Als sensible Wächter und Mittler sind zahlreiche periphere Nervenenden und sensorische Rezeptoren verfügbar. Dadurch kann auf physikalische und chemische Einwirkungen sowie Temperaturschwankungen zeitgerecht reagiert werden.

Dabei können auch Schmerzempfindungen sowie auftretende Anschwellungen wahrgenommen und weitergeleitet werden. Faszien übernehmen auch Aufgaben als Teil des körpereigenen Immunsystems. Sie bilden eine Abwehrschicht gegenüber schädlichen Substanzen als ungebetene Eindringlinge in den Körper. Mikroorganismen und nicht mehr genutzte Gewebeteilchen können außerdem im Bindegewebe aufgelöst werden. Eine weitere bedeutsame Funktion des Bindegewebes ist es, für einen Ausgleich des Verhältnisses zwischen Säuren und Basen zu sorgen. Für die Herstellung des notwendigen stabilen Gleichgewichts werden Säuren von den Gewebeschichten aufgenommen. Dort sorgen Basen für den notwendigen Ausgleich.

Geschädigte, verklebte oder verhärtete Faszien sind in ihrer Funktionalität beeinträchtigt

Der Alterungsprozess bewirkt unter anderem eine Verringerung des körperlichen Flüssigkeitshaushalts. Dies führt zu einer nachteiligen Veränderung der wässrigen Anteile innerhalb der Faszien. Dadurch verfestigen sich die Kollagenfasern und verlieren an Elastizität. Es bilden sich ungeordnete Strukturveränderungen. Faszien wachsen ineinander, verfilzen und verkleben. Ihre Form ähnelt schließlich einem Knoten. Die Bewegungsfähigkeit der Muskulatur wird dadurch spürbar eingeschränkt. Es bilden sich teilweise schmerzhafte Verhärtungen, die zu Beschwerden beim Strecken und Beugen der Gelenke führen. Die durch den veränderten Gewebebereich verlaufenden Nerven können empfindlich gequetscht werden. Die Netzwerkfunktion der Faszien wird nachhaltig gestört. Auf Dauer können auch Organe beeinträchtigt werden. Die zunehmend mangelnde Durchlässigkeit hindert die Nährstoffaufnahme sowie die Schadstoffabgabe. Die Verringerung der Flüssigkeitsmenge im Körper nimmt Einfluss auf die Fließfähigkeit des Blutes und der Sauerstoffzufuhr. Dadurch vermindert sich vor allem die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Als Folge des verhärteten, verklebten Bindegewebes können sich bei intensiven sportlichen Betätigungen Verletzungen oder Fehlhaltungen einstellen. Dies führt zu Faserschäden in Form von Mikrorissen oder Entzündungen der Faszien. Langes Sitzen am Arbeitsplatz und fehlende Alltagsbewegung führen oftmals zu schmerzhaften Beschwerden im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich, die zu problematischen Schonhaltungen führen. Negative Auswirkungen auf das Fasziengewebe kann auch eine Übersäuerung des Körpers herbeiführen.

Durch therapeutische Maßnahmen können verklebte, verhärtete Faszien wieder gelöst werden

Um einer Verschlechterung eines vorhandenen Beschwerdebildes entgegenzuwirken, sollten verklebte und verhärtete Faszien baldmöglichst fachtherapeutisch behandelt werden. Ansonsten drohen schmerzhafte Verschlimmerungen der Bewegungsbeeinträchtigungen und eine Ausweitung der betroffenen Körperbereiche. Dabei bietet sich zunächst eine fachkundige Beratung an, um Hintergründe und Umfang des Problems erkennen und bestimmen zu können. Ergänzende Tests und Untersuchungen bilden die weitere Grundlage für eine genaue Diagnose. Eine manuelle Behandlung durch einen sachkundigen, erfahrenen Faszienspezialisten erreicht auch die tiefer gelegenen Gewebebereiche.

Einfühlsam werden die vorhandenen Verklebungen und Verhärtungen lokalisiert und gelöst, bis eine Linderung der Beschwerden erreicht wird. Durch die Behandlung soll der frühere Gewebezustand wieder hergestellt werden. Ein wichtiges Hilfsmittel im Rahmen der Behandlung stellt eine Faszienrolle dar. Sie kann auch vorbeugend zum Aufwärmen vor sportlicher Betätigung Verwendung finden. Im Rahmen der Behandlung kann auch eine gezielte Fußsohlenmassage erfolgreich sein. Durch die Therapie werden Beweglichkeit und Wohlbefinden wieder hergestellt.

Update: Lesen Sie dazu unseren Artikel: Was kann man gegen verklebte Faszien tun?